Eine neue Weste für Argilrien |A new vest for Argilrien

Konzeptzeichnung | Concept Art

Die Idee hinter diese Weste ist, mir das Nähen mehrerer Unterkleider zu ersparen (siehe unteres Bild). Zusätzlich kann ich mir die Ärmel aussuchen, die ich dazu tragen will, indem ich sie durch eine Schnürung am Armloch anbringen kann (siehe obere Konzeptzeichnung). Grundsätzlich ist die Weste dazu enwickelt, um unter einem Oberkleid getragen zu werden, aber sie kann auch alleine über einem Unterkleid getragen werden. 

Sie war ursprünglich eine gebraucht gekaufte Bluse, die ich für diesen Zweck geeignet fand. Ich änderte sie komplett per Hand um. 

The idea behind this vest is, to save me sewing several underdresses (see picture below). In addition I can decide which sleeves I want to go with the gown, by lacing them to the armholes (see upper concept art). In general the vest is developed to be worn under an upper dress, but it can also be worn alone over an underdress. 

It was originally a blouse I bought second-hand, of which I thought it would fit this purpose. I altered it completely by hand.

Verschiedene Formen von Unterkleidern | Various types of underdresses

Erste Anprobe vor der Änderung | First try-on before the altering
Die fertige Weste ohne Oberkleid | The finished vest without an upper dress

Der Prozess | The process

Die abgetrennten Ärmeln | The detached sleeves
Die alten Knöpfe | The former buttons
Die fertige Weste | The finished vest
Handgenähte Knopflöcher und Perlmuttknöpfe | Handsewn buttonholes and mother-of-pearls buttons

Tenn‘ ento lú! Argilrien

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Schichten eines Mittelalter-Gewandes

Um an meinen vorangegangenen Post „Reenactment“ anzuschließen, möchte ich nun die Teile eines Mittelalter-Gewandes vorstellen. Im Laufe der Zeit, wenn ich an den einzelnen Stücken arbeite, werde ich mehr Informationen darüber teilen. 

Zunächst aber, will ich jene Fragen, um dazu zu kommen, selbst beantworten:

  • Wann bin ich? Um 1250
  • Wo bin ich? Österreich
  • Wer bin ich? Eine junge Frau, arbeitend, nicht reich

Wer ich genauer bin,wird sich im Laufe der Zeit noch herausstellen. Doch von Adel bin ich gewiss nicht. Nun zum Gewand:

  • Chemise 

Das Chemise ist ein Unterkleid, das aus Hanf- oder Leinenstoff hergestellt wird. Meistens ist es ein naturfarbenes oder weiß gebleichtes Leinen, die Qualität hängt vom Stand ab. Bei Frauen ist es zwischen waden- und knöchellang. Chemise, Bruche und Kopfbedeckungen zählen zur Leibwäsche.

  • Bruche 

Die Bruche ist eine Unterhose aus Leinen, von der man weiß, dass sie von Männern getragen wurde, allerdings weiß man es von Frauen nicht, da so etwas „unzüchtiges“ ja nie dargestellt wurde. Da stellt sich natürlich die Frage, was Frauen während der Menstruation trugen. Also kann man sich zwischen einer Männer-Bruche oder gar keiner entscheiden.

  • Beinlinge 

Beinlinge kann man heute als „Strümpfe“ bezeichnen. Sie sind bei Frauen kniehoch und aus Wolle, genäht oder nadelgebunden. Unter dem Knie werden sie mit einem Band festgemacht. 

  • Kotte 

Die Kotte ist das zentrale Kleidungsstück des Mittelalters. Es ist auch bekannt als Kutte, Cotte oder Cotta. Kotten gibt es auch in der Variante mit Schlupfärmel, wie hier, in der Maciejowski-Bibel abgebildet.

 

  • Surkot

„Surkot“ bedeutet schlichtweg „über der Kotte“, das heißt es ist wie eine Kotte geschnitten, und soll einen zusätzlich warmhalten. 

  • Kopfbedeckungen

Die grundliegende Kopfbedeckung einer jeden verheirateten Frau ist der Schleier in seinen vielen Formen. Auch Strohhüte wurden getragen (siehe Maciejowski-Bibel),  allerding zusätzlich zu anderen Bedeckungen. Neben Schleiern gibt es auch die bekannt St. Brigittas Haube und Haarnetze. 



  • Schuhe

Die Schuhe sind aus Rindsleder wendegenäht. Um sie in Städten vor Dreck und Nässe zu schützen, trug man Trippen. Es gab jedoch nicht nur Schuhe aus Leder. Bauern trugen auch Schuhe aus Stroh oder Filz. 
Das ist die Grundausstattung. Hinzu kommt Zubehör, Schmuck und wärmere Schicht.

  • Gürtel

Bei einer einfachen Darstellung wie meiner, ist der Gürtel aus naturgegerbten Rindsleder mit Messingbeschlägen. Es gab zu dieser Zeit keine Gürtelschlaufe wie heute, also hing das Ende einfach herab oder wurde zu einer Schlinge gesteckt. Der Gürtel wird immer nur über der Kotte getragen, nicht über dem Surkot. Auf dem Gürtel wird der Beutel befestigt, mit Pursehanger oder ohne. 

Folgendes Bild zeigt sowohl die erstere Trageweise eines Gürtels als auch Fürspan (hier über dem Mantelverschluss) und einen mit einem Pursehanger befestigten Beutel.

  • Fürspan

Eine Art von Fibel, nur dass der Kreis an der die Nadel befestigt ist, voll geschlossen ist. Der Fürspan wird verwendet, um den Spalt bei einem eingeschnittenen Kragen zu schließen oder den Kragen einer geschlossener Kotte oder eines Surkots zu schmücken.

  • Umhang&Cappa

Der Umhang ist eines der bekanntesten Mittelalter-Kleidungsteilen. Doch hat dieser keine Kapuze angenäht. Eine Kapuze wird durch die seperate Gugel ermöglicht. Die Cappa ist ein einfacher Recheckmantel, dessen vorderer Teil zusammemgenäht wird, sodass ein Loch für dem Kopf entsteht. 

  • Socken&Wadenwickel

Mit Socken meine ich nicht die Beinlinge, sondern nadelgebundene Socken, die man im Winter darüber trägt. Wadenwickel sind breite Wollstoffstreifen, die über die Waden gewickelt werden. Sowohl Socke als auch Wadenwickel sind für kalte Zeiten gedacht.

  • Beutel

Der Beutel wird verwendet, um kleine Gegenstände und Geld mit sich zu führen. Es gibt Beispiele von kunstvoll mit Seidengarn bestickten Beuteln reicher Frauen, dessen Größen variieren können. 

Sobald ich geeignete Stoffe gefunden habe, starte ich mit der Grundausstattung. Ich kann es gar nicht erwarten! Bis dahin arbeite ich an meiner Elben-Garderobe weiter. Es gibt viel zu tun!
Tenn‘ ento lú!

Reenactment

Ich beschäftige mich mittlerweile schon länger mit dem Mittelalter, und das nicht unbedingt auf politischer Basis wie in Geschichte, sondern eher auf alltäglicher. Ich interessiere mich dafür, wie die Leute damals den Tag verbrachten. Infolge stieß ich auf den Begriff Reenactment (Rekonstruktion). Wie der Begriff schon sagt bedeutet das, dass man Geschichte rekonstruiert und das kann sehr vielfältig ablaufen. 

In diesem Post erkläre ich den die Schritte zum und die Prinzipien des Reenactment.

Zuerst interessiert man sich für eine spezielle und/oder mehrere Epochen. Anschließend sammelt man viele Informationen darüber, um den „Zeitgeist“ kennenzulernen und zu verstehen, wie die Leute damals handelten und dachten. Es kommt bei dieser Phase wie von selbst dazu, dass man in Büchern und Bildern stöbert, und darin Einzelheiten erkennt, zb welche Währung es damals gab, oder welchen Schmuck man trug. 

Der nächste Schritt hängt auch von den engeren Interessen ab, wie Waffen und Kriegstechniken, Handwerk, damit zusammenhängend auch Gewand (wenn man es selbst näht) und Lagerleben im Generellen. 

Wichtig beim Reenactment ist, wenn es schließlich zu der handwerklichen Tätigkeit kommt, auch die richtigen Materialien zu verwenden. Denn wer nimmt schon jemanden in einem Gewand aus Polyester ernst? Es lohnt sich, in richtiges Material zu investieren, sobald man sich sicher ist, was und wie man es tut. Natürlich kann man sich nicht alles selber machen. Weshalb es wichtig ist, auch da auf das richtige Material, Gestaltung und Herstellung zu achten. Denn ist genauso unpassend, zeitlich verschiedene Teile miteinander zu kombinieren. Gute Recherche ist hier genauso angesagt, denn der Arktikelbeschreibung eines Händler ist nicht immer zu vertrauen.

Nun kommen wir zur tatsächlichen Darstellung. Die Fragn lauten:

  • Wann bin ich?
  • Wo bin ich?
  • Wer bin ich?

Die ersten zwei Fragen sollten klar sein, die dritte sollte ich ein wenig erklären. Im Falle Mittelalter wäre dies vor allem Stand und Rolle in der Gesellschaft/Beruf. 

Oft hört man von Leuten, die Ritter und Hochadel sein wollen. Weitere Fragen:

  • Wie hoch ist mein Budget?
  • Wie groß soll mein Aufwand sein?
  • Kann ich in meiner Rolle überzeugend auftreten?
  • Zu welchen Anlässen wird das Gewand getragen?

Vor allem das Budget ist ein Problem für einen Adeligen. Pelze, Brokat, Seide und Edelsteine. Wenn das kein Problem ist, ist es in Ordnung. 

Ein Knappe, Rüstung und Pferd? Wer das hat, kann ruhig ein Ritter sein. Ohne Rüstung und Pferd kann man auch ein Ritter in Zivil sein. 

Mit diesen Prinzipien kann eine Prinzessin schnell zur Bäuerin oder Städterin werden. Aber keine Sorge, früher oder später erfüllen sich auch diese Wünsche, wenn man nur weiß, auf was man achten muss. 

Wie seid ihr zum Reenactment gekommen?

Gebendenadeln und Fürspan|Dress pins and penannular brooch

Gebendenadeln sind ähnlich wie Stecknadeln, und Frauen haben sie im Mittelalter dazu verwendet, ihren Schleier festzustecken. 

Ein Fürspan ist einer Fibel ähnlich, aber dadurch kennzeichnend, dass der Bügel geschlossen ist. 

Beides habe ich selber gemacht, in der Metallwerkstatt meiner Schule, wo ich grundsätzliches zum Goldschmieden lerne. Sowohl der Fürspan als auch die Nadeln sind aus Messingdraht verschiedener Stärken. 

Gebendenadeln are like dress pins, that medieval women used to pin their veils. 

A penannular brooch is like a medieval broche (fible), but the hanger is completly closed.

I made both myself, in the metal workshop at my school, where I learn fundamental things in goldsmithing in school. The penannular brooch as well as the pins are made of brass wire of different degrees./


Tenn‘ ento lú!

Die Frau in Weiß | Woman in White

Pünktlich zum Mittelerdefest letztes Jahr, nämlich im Sommer 2016, wurde mein weißes Überkleid fertig. Ich musste es recht hastig fertig nähen, da ich knapp dran war. Doch die Mühe hat sich gelohnt, sowie die geduldfordernde Zeit, die ich mit der Stickerei verbracht habe.

(Fotos: Die Skizzen für das Gewand)
Inspiration für dieses Kleid lieferte mir Aredhel, eine adelige Elbendame aus dem Silmarillion. In Folge natürlich auch Illustrationen von ihr. Im Buch wird sie wie gefolgt beschrieben:

„Ar-Feiniel wurde sie genannt, die Weiße Dame der Noldor, denn sie war bleich, obwohl von dunklem Haar, und ging nie anders als in Silber und Weiß gewandet.“    

Weiteres möchte ich nicht leugnen, dass auch das Kleid von Kahlan Amnell aus Legend of the Seeker (ich liebe die Werke von Terry Goodkind) maßgebend für das Design war, ebenso die bekannten Schulterschleppen aus dem Rokoko.

Argilrien, die selbst eine Angehörige der Noldor ist, habe ich die  Farben Weiß, Silber, Blau und Grau für die feinen Gewänder gegeben. 

Was praktischen Gewänder betrifft, so ist die Kleidung an die Umgebung und Situation angepasst. Kleidung für das Streifen durch den Wald ist klarerweise hauptsächlich braun und grün.

Für dieses Festgewand verwendete ich Leinen. Dieser Stoff ist geradezu perfekt für den Sommer. 

(Foto: http://www.taterman.at/mittelerdefest-kunde-aus-rohan/)

Da ich beim Fest 2016 noch kein Unterkleid hatte, zog ich eine weiße Hose und graue Stiefel darunter an. Weißer bzw silberner Schmuck war ein Muss, dazu natürlich verschiedene meiner Kronen.

Folglich habe ich aufgrund einer Geburtstagsfeier mit dem Thema Fantasy mich endlich an ein Unterkleid rangewangt und es ebenso hastig genäht wie das andere. Doch, Perfektionistin, wie ich manchmal bin, habe ich nicht aanders können, als mit der Hand zu säumen. 

Mit dem Ergebnis bin ich im Großen und Ganzen zufrieden. Immerhin kann ich darin gehen, danach sah es am Anfang nämlich nicht ganz aus. Jedenfalls werde ich auch das Unterkleid besticken, sei es auch nur in weiß, eventuell auch mit kleinen Perlen. 
Einen Gürtel dazu werde ich ebenfalls nähen. Er wird eines meiner nächsten Stücke werden und die Form jener bekannten Frauengürtel aus dem 12. Jahrhundert haben, an den auch Galadriels in gewisser Weise angelehnt ist. 

Tenn‘ ento lú!

Argilrien

Würfeln aus Ton

Heute sind ein paar Würfeln fertig geworden. Sie sind von mir per Hand modelliert und mit Wachs beschichtet. Darauf abgebildet sind wie bei gewöhnlichen Spielwürfeln die Zahlen von 1-6, nur in den Zahlen der Tengwar.

/Today I finished some dices.They’re made out of clay and are coated with wax.Like on ordinary dices they’re numbered from 1-6, just in the numbers of Tengwar./

Tenn‘ ento lú!